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Unserem Bauhof stinkts gewaltig!

Was den Arbeitsalltag der Bauhofmitarbeiter regelmäßig erschwert


Die Mitglieder des Gemeinderats waren zur alljährlichen Weihnachtsfeier der Gemeindeverwaltung im Bauhof in Rothenfeld eingeladen und so konnten einige interessante und wichtige Gespräche stattfinden. Bauhofleiter Josef Frey bot den Anwesenden sogar eine Führung durch den Bauhof an, welcher auch ich mich gerne anschloss.

Im Rahmen dieser Führung stießen wir auf eine Waschmaschine nebst Wäscheständer und zunächst schmunzelten wir darüber - bis uns das notwendige Übel dieser Anschaffung erklärt wurde.


"Wennst beim Mähen auf einen Hundehaufen triffst, fährst postwendend zum Bauhof und ziehst dich um. Da kannst nimmer weiter arbeiten weil des so stinkt!" erklärt uns Bauhof Mitarbeiter Thomas nicht ganz emotionslos. Da kommt nun die Bauhofeigene Waschmaschine ins Spiel, denn zu Hause will die Arbeitskleidung natürlich dann niemand mehr waschen. Der Job der Bauhoftruppe ist es, mit Mäher und Freischneider das öffentliche Grün in Schuss zu halten. Immer wieder treffen sie an den Grünstreifen und Sträuchern am Wegesrand auf Kothaufen.



Das Problem: In der Wahrnehmung vieler Hundebesitzer liegt die Crux mit der Hinterlassenschaft ihrer Vierbeiner in erster Linie darin, keine Tretminen auf den Spazier- und Wanderwegen zu hinterlassen. Das klappt ja schon ganz gut. Was aber, wenn der Hund sich eine Grünfläche abseits des Wegrands für sein Geschäft sucht? 'In den Büschen, Sträuchern und Grünstreifen stört das doch nicht!', denkt sich der ein oder andere Hundebesitzer vielleicht. Und ich gestehe: Mir als Nicht- Hundebesitzerin und Nicht-Landwirtin war die Problematik mit den Hundehaufen auf Grünflächen, Wiesen und Feldern auch nicht in dieser Dimension bewusst.


Daher überlegte ich mir, diesen Artikel zur Aufklärung zu verfassen.


Ab dem späten Frühjahr kommt also unser Bauhof ins Spiel. Grünflächen wollen gemäht werden und zwischen dem hohen Gras versteckt sich nicht selten die ein oder andere 'Bombe'.

Den Bauhofmitarbeitern erschweren diese Hundehaufen die tägliche Arbeit wirklich über Gebühr. Es kommt leider oft vor dass beim Mähen das ein oder andere 'Häufchen' den Bauhof Mitarbeitern regelrecht um die Ohren fliegt. Und eigentlich reicht das auch schon hüftabwärts. "Wenn einer bei den Mäharbeiten das Laufen anfängt und schnell weg ist, weiß ich gleich was passiert ist." sagt der Bauhof-Chef Josef Frey.


Ich frage mich, ob das sein muss. Ob wir alle nicht noch mehr Rücksicht aufeinander nehmen können, hier in unserem schönen Andechs. Denn in unserer Gegend besteht diese Problematik natürlich in besonderem Maße. Haben wir hier doch die wunderbarsten Wanderwege, die bestimmt auch Hundebesitzer aus dem Umland für schöne Genussrunden anlocken. Viele Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen liegen relativ ortsnah und wir haben -dorftypisch- zum Glück besonders viele Grünstreifen und -flächen.


Niemand will Hundebesitzer an den Pranger stellen! - es soll nur das Problembewusstsein geweckt werden.


Den meisten Hundehaltern ist bekannt dass man keinen Hundekot in der Natur zurück lassen darf und die allermeisten nutzen auch zuverlässig die sogenannten 'Dog Stationen' und Kotbeutel und entsorgen diese im Müll. Es ist im Grunde nicht fair, dass das Fehlverhalten einiger weniger die Gruppe der Hundehalter in Misskredit bringt.

Denn die Auswirkungen der Häufchen sind weitreichend: nicht nur die Kleidung der Bauhofmitarbeiter ist betroffen, auch Rasenmäher, Freischneider, Heckenschere und dergleichen werden verunreinigt. Und an das gesprenkelte Schutzvisier am Helm, wenn beim Mähen ein Kothaufen getroffen wird, mag man lieber nicht denken.

Bei genauerer Betrachtung des Problems fehlt einem schnell das Verständnis für unbeachtete Hinterlassenschaften und achtlos weggeworfenen Hundekotbeutel.

Laut den Ausführungen der Bauhof Mitarbeiter kam es in der Vergangenheit schon häufiger zu Konflikten, wenn Hundebesitzer direkt darauf angesprochen wurden. Manchmal kommt es auch vor, dass die extra angeschafften Hundekotbeutel zwar genutzt, aber dann samt Inhalt in den Büschen entsorgt werden. Diese 'Stinkbomben' sind für die Bauhof Mitarbeiter im Falle einer 'Mähdetonation' dann sogar noch fieser. Details ersparen wir uns.


Foto: auch in anderen Gegenden (hier: Walchensee) hat man dieses Problem


Auch unsere Landwirtschaft ist von dem Problem betroffen.


Leider sind bei uns auch längst nicht nur innerörtliche und öffentliche Grünflächen betroffen. Auch im Außenbereich, auf landwirtschaftlichen Flächen verrichten die besten Freunde des Menschen ihre Geschäfte. Dabei dienen diese Flächen gerade in unserer Gegend als Futtergrundlage von Kühen, Pferden oder Ziegen. Durch den Hundekot können diese Futtermittel verunreinigt werden. Ein riesiger Unterschied besteht zu Gülle auf den Feldern, da diese zu mehr als 90% aus Wasser besteht. Auch muss man einen Kuhfladen von einem Hundehäufchen unterscheiden, da es sich beim Kuhfladen um Ausscheidungen eines Pflanzenfressers handelt, mit weit weniger Geruchsentwicklung. Während die Landwirte Gülle als Dünger großflächig und gleichmäßig verteilt, mit großem zeitlichen Abstand zur Futternutzung ausbringen, wird der Hundekot in konzentrierter Form oft unmittelbar vor der Mahd abgesetzt.

Wenn dieser Artikel bewirken könnte, dass unserem Bauhof Team in der kommenden Saison einige Häufchen weniger beim Mähen 'hochgehen', wäre das der Beweis dafür dass wir #gemeinsamAndechs wirklich leben!


Michaela Eisenschmid

#gemeinsamandechs


 

Michaela Eisenschmid - m.eisenschmid@buergergruppe-andechs.de






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